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Vortragsprogramm der Promovenden des Strukturierten Promotionsprogramms

10.00 – 16.00 Uhr, H?rsaal XIV

Vortragsprogramm der Promovenden des Strukturierten Promotionsprogramms

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Das Strukturierte Promotionsprogramm der Philosophischen Fakult?t unterstützt Nachwuchswissenschaftlern/innen durch gezielte F?rderung und finanzielle Unterstützung bei ihren Promotionsvorhaben.
Doktorand/innen der Philosophischen Fakult?t aus den F?chern Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und Philosophie stellen in kurzen Impulsvortr?gen zentrale Aspekte ihrer Dissertationsprojekte vor. Die Themen reichen von philosophischen Auseinandersetzungen mit den Begriffen von Raumzeit, Endlichkeit und Erleben über aktuelle Fragestellungen der Provenienzforschung oder der Fernsehwissenschaft bis hin zur Analyse literarischer Motive in der mittelalterlichen Dichtung.
Alle Interessierten sind herzlich zum interdisziplin?ren Austausch eingeladen
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10.00?Uhr
Begrü?ung und Einführung: Vorstellung des Strukturierten Promotionsprogramms
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10.15 Uhr
Jana Zündel
Sind Fernsehserien noch Fernsehserien?
Angesichts ihrer Pr?senz auf unterschiedlichsten Fernseh- und Webkan?len stellt sich bei Fernsehserien, insbesondere die Produktionen von Streamingportalen wie Netflix, die Frage, inwiefern diese überhaupt noch Fernsehserien im traditionellen Sinne sind. So ist die ?Beziehung‘ zwischen Fernsehen und Serien heute eine ambivalente: Fernsehserien sind einerseits ein zentrales Format des traditionellen Fernsehens, andererseits spalten sie sich seit Jahrzehnten sukzessive vom linearen Programmfluss ab. Offenbar vermag es die Serie, sich in diversen medialen Kontexten darzubieten sowie sich für differente Publika bzw. Rezeptionsweisen zu ?ffnen. Der Vortrag betrachtet Fernsehserien daher in verschiedenen medialen und diskursiven Stadien: als TV-Sendungen, als kulturelle Artefakte und als Datenpakete, wobei sie niemals abschlie?end als das eine oder das andere gelten sollen.
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11.00 Uhr
Nicolas Bickmann
Fichtes Philosophie der Endlichkeit
Johann Gottlieb Fichtes frühe Versionen der Wissenschaftslehre k?nnen als Versuch verstanden werden, die Grundlagen des transzendentalen Idealismus aufzudecken und diesen methodisch konsequent zu einem philosophischen System auszubauen. Damit erhebt Fichte den Anspruch, dass er nicht blo? wesentliche Einsichten der Philosophie Kants aufgenommen, sondern vielmehr, dass er die gesamte kantische Philosophie auf ein gesichertes Fundament gestellt habe. Diesem Anspruch auf eine vollst?ndige, in sich geschlossene und a priori zu entwickelnde Systematik scheint auf den ersten Blick zu widersprechen, dass auch die Wissenschaftslehre erkl?rterma?en vom Faktum des endlichen Selbstbewusstseins und vom Faktum der Erfahrung ausgeht. In meinem Vortrag m?chte ich der Frage nachgehen, wie Fichte versucht, diese Spannung zwischen Systemanspruch einerseits und der unhintergehbaren Endlichkeit unserer Erkenntnisbemühungen andererseits aufzul?sen.
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11.45 Uhr
Kian Salimkhani
Ist die Raumzeit gekrümmt?
Unsere beste physikalische Theorie von Raum und Zeit (oder genauer: der Raumzeit) ist Einsteins Allgemeine Relativit?tstheorie. In der Standardinterpretation der Theorie wird die Gravitationskraft gewisserma?en als blo?e 'Scheinkraft' verstanden, die durch die Krümmung der Raumzeit -- also ihre nicht-flache Geometrie -- zustande kommt. Einen interessanten Einwand gegen diese Sicht bringt Poincaré vor. Er argumentiert, dass die nicht-flache Geometrie der Allgemeinen Relativit?tstheorie keine Eigenschaft der Welt beschreibt, sondern eine pragmatische Festlegung (von uns) ist. Demnach verwendet Einsteins Theorie in blo?er Setzung die für uns 'bequemste' Geometrie, grunds?tzlich w?re aber jede andere Geometrie ebenso verwendbar. Gegen diesen Konventionalismus verteidigt u.a. Einstein die Physikalit?t der Raumzeitgeometrie. Der Vortrag erl?utert zun?chst die jeweiligen Argumente und verbindet die historische Debatte anschlie?end mit aktuellen Fragen der Philosophie der Physik.
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14.00?Uhr
Ole H?ffken
Was für ein Ding ist Erleben?
Was für ein Ding ist erleben? Um die Antwort vorwegzunehmen: gar keins! Es gibt Erlebnisse von bestimmten Dingen, den Objekten des Erlebens, und Erlebnisse für bestimmte Dinge, den Subjekten des Erlebens. Aber das Erleben selbst kann weder Objekt noch Subjekt sein, sondern immer nur die Vermittlung zwischen den beiden ausmachen. Doch damit stellt sich die Frage: Wenn Erleben kein Ding ist, wie k?nnen wir uns darüber verst?ndigen? Unser Sprechen und Denken scheint ja grunds?tzlich auf Dinge ausgerichtet zu sein. Der Vortrag versucht diese Fragestellung zu motivieren und aufzuzeigen, warum sie relevant ist.
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14.45 Uhr
Sarah von der Lieth
Praktische Provenienzforschung am Beispiel ausgew?hlter Gem?lde der Sammlung Walter Westfeld

Walter Westfeld zeigt exemplarisch das Schicksal vieler Kunsth?ndler in der NS-Zeit auf. Trotz langer erfolgreicher Kunsth?ndlert?tigkeit, musste er seine Galerie 1936 auf Grund seiner jüdischen Herkunft zwangsweise schlie?en. Sein Verm?gen und die Kunstsammlung wurden enteignet und beschlagnahmt, nachdem er 1937 selbst in Haft genommen wurde. Zwei Jahre sp?ter wurde die beschlagnahmte Kunst bei Lempertz in K?ln versteigert. Von den knapp 700 Objekten blieb kaum ein Werk unverkauft.

Als Opfer der NS-Politik wurde Walter Westfeld nach Auschwitz deportiert und aus dem ?ffentlichen Bewusstsein entfernt, seine Identit?t wurde vernichtet. Sein Einfluss als Kunsth?ndler und die Bedeutung seiner Kunstsammlung gerieten in Vergessenheit.

Anhand ausgew?hlter Gem?lde aus der Zwangsversteigerung bei Lempertz, stelle ich die Probleme und Herausforderungen der Provenienzforschung in den Vordergrund und versuche so, die Wege und Besitzerwechsel einiger Gem?lde nachzuzeichnen.

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15.30?Uhr
Nina R?ttger
Mit der Kraft des (Un-)Tiers. Drachenblut in mittelalterlicher Literatur und Kultur
Bis ins 17. Jahrhundert hinein wurden Drachen als real existente Kreaturen betrachtet. Nicht nur von weniger gebildeten Bev?lkerungsschichten – auch von so manchem Gelehrten. Man glaubte, dass die gef?hrlichen Bestien an schwer zug?nglichen Orten hausten:? in W?ldern, H?hlen oder in fernen, unbekannten L?ndern. Somit galt es zwar als schwierig, aber nicht als unm?glich, an einen Drachen heranzukommen. Was auch eine besondere Substanz in greifbare N?he rückte: Drachenblut.
Das Blut von Tieren zu nutzen, um deren Kr?fte und Eigenschaften auf Personen oder Objekte zu übertragen, ist ein uralter Brauch. Er findet u.a. in mittelalterlichen Arzneibüchern und h?fischer Literatur Erw?hnung – in letzterer vor allem, wenn es um Drachenblut geht. Schlie?lich trifft ein Ritter, der auf aventiure durch die Wildnis streift, am ehesten auf solch ein (Un-)Tier. Aber welche Wirkungsweisen schrieb man dem Blut einer eigentlich t?dlichen Kreatur zu? Und welche Rolle spielte es als literarisches Motiv?
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